Glossar


Dieses Glossar sammelt die zentralen Begriffe des Frame-Budget-Ansatzes (FBA) — kurz, operativ und mit Querverweisen. Es ist als Arbeitswerkzeug gedacht: Beim Lesen der Teile I–X kannst du hier schnell nachschlagen und dich entlang der „Siehe auch“-Links weiterhangeln.


So nutzt du das Glossar

  • Quick Lookup: Begriff anklicken → kurze Definition + Querverweise.
  • Operativ lesen: Viele Begriffe sind absichtlich als Protokoll-/Messbegriffe formuliert (was ist unterscheidbar? was kostet ein Update?).
  • Quellen: „Quelle“ verweist auf die Teile, in denen der Begriff eingeführt/benutzt wird.

Index (A–Z)


A

Abfolge

Primär ist im FBA eine Ordnung von Updates („welcher Schritt folgt welchem?“) — keine vorausgesetzte Zeitkoordinate. Eine metrische Zeit entsteht erst durch Kalibration.

  • Siehe auch: Kalibration, Minimalereignis, Eigenzeit
  • Quelle: Teil I, Teil II

Alterung (A)

Operative Größe für den irreversiblen Anteil im internen Budget entlang einer Weltlinie. Reversible Anteile können Eigenzeit tragen, ohne Alterung zu erhöhen; Dissipation erhöht Alterung.

  • Siehe auch: Budget (irreversibel), Thermodynamik, Eigenzeit
  • Quelle: Teil I, Teil VIII

B

Budget

Kontierte Größe für den Realisierbarkeits-Aufwand eines Übergangs. Typisch: Zerlegung in intern (Systemänderung) und extern (Relation/Ort/Ordnung). Ein Anteil kann irreversibel sein.

  • Siehe auch: Kalibration, Eigenzeit, Alterung, Signalfront
  • Quelle: Teil I

C

CPTP-Kanal

„Zulässiges Update“ eines Quantenzustands als vollständig positiver, spurtreuer Prozess. CPTP-Kanäle bilden die Prozesssprache für Kinematik und Dynamik (inkl. Kopplung an Umgebungen).

  • Siehe auch: Dynamik, GKLS/Lindblad, Messung
  • Quelle: Teil III, Teil IV

E

Eigenzeit (τ)

Systemgebundene Zeitgröße, operativ definiert als integrierter interner Budgetfluss entlang einer Weltlinie. Eigenzeit entsteht durch Kalibration des internen Budgets.

  • Siehe auch: Budget (intern), Abfolge, Zeitdilatation
  • Quelle: Teil I, Teil II

F

Frame

Ein „Zustandsschnappschuss“, der in einem gewählten Protokoll als gleich erkannt wird (relativ zu Auflösung/Protokollgrenze). Frames sind die operativen Vergleichspunkte für Updates.

  • Siehe auch: Minimalereignis, Unterscheidbarkeit
  • Quelle: Teil I

Front / Signalfront

Aus Budgetpositivität + Kalibration folgt eine maximale Ausbreitungsfront für Einflüsse/Signale (Lichtkegel-Logik). Nicht als Zusatzpostulat, sondern als Konsequenz von Kostenraten/Schranken.

  • Siehe auch: Kalibration, Lokalität, No-Signalling
  • Quelle: Teil I, Teil II, Teil V

G

GKLS / Lindblad-Dynamik

Standardform für Markovsche Dynamik offener Quantensysteme. Im FBA ist sie ein Anschluss an die Prozesssprache (Kanäle) für Dissipation, Dekohärenz und effektive Generatoren.

  • Siehe auch: CPTP-Kanal, Messung, Alterung
  • Quelle: Teil IV

K

Kalibration

Zuordnung „Budget ↔ Messgröße“. Erst Kalibration macht aus Kontierung überprüfbare Physik: Eigenzeit aus internem Budgetfluss, Frontschranken aus externen Kostenraten, Zeitdilatation als Budget-Umverteilung.

  • Siehe auch: Budget, Eigenzeit, Signalfront
  • Quelle: Teil I, Teil II

L

Lokalität

Prinzip, dass Einflüsse nur innerhalb der durch Budget/Front vorgegebenen Nachbarschaften propagieren. Im FBA wird Lokalität als Konsequenz der Signalfront-Logik operationalisiert.

  • Siehe auch: Signalfront, No-Signalling, Raumzeit
  • Quelle: Teil V

M

Messung

Physikalischer Prozess, der Information aus einem System für ein Protokoll verfügbar macht (und typischerweise mit Irreversibilität/Dissipation einhergeht). Im FBA eingebettet in die Prozesssprache (Kanäle/GKLS).

  • Siehe auch: CPTP-Kanal, GKLS, Alterung
  • Quelle: Teil IV

Minimalereignis (ME)

Der kleinste Update-Schritt, der im gewählten Protokoll „gleich“ in „verschieden“ überführt. Minimalereignisse sind die „Zähleinheiten“ der Abfolge.

  • Siehe auch: Frame, Abfolge
  • Quelle: Teil I

N

No-Signalling

Beschränkung, dass Information nicht außerhalb der zulässigen Signalfront übertragen werden kann. Im FBA verankert über Budget- und Frontschranken (lokale Kausalstruktur).

  • Siehe auch: Signalfront, Lokalität
  • Quelle: Teil V

P

Protokollgrenze

Festlegung der Auflösung/Entscheidungsregeln, nach denen Zustände als „gleich“ oder „verschieden“ gelten. Ohne Protokollgrenze ist „Unterscheidbarkeit“ nicht definiert.

  • Siehe auch: Frame, Minimalereignis, Unterscheidbarkeit
  • Quelle: Teil I

R

Raumzeit

Effektive geometrische Beschreibung von Kausalstruktur und (kalibrierter) Zeitmessung. Im FBA entsteht Raumzeit-Geometrie als abgeleitete Struktur aus Budgetflüssen und Frontlogik.

  • Siehe auch: Signalfront, Lokalität, Gravitation
  • Quelle: Teil V, Teil VI

T

Thermodynamik

Im FBA eng gekoppelt an Irreversibilität: Dissipation und Entropieproduktion entsprechen einem irreversiblen Budgetanteil; das liefert eine operative Brücke zu Zeitpfeil und Alterung.

  • Siehe auch: Alterung, Budget (irreversibel)
  • Quelle: Teil VIII

Zeitdilatation

Relative Änderung von Zeitraten (z. B. Eigenzeit vs. Koordinatenzeit) als Folge unterschiedlicher Budgetverteilungen/Flüsse. Anschluss an relativistische Kinematik/Gravitation über geeignete Kalibrationen.

  • Siehe auch: Eigenzeit, Gravitation, Minkowski
  • Quelle: Teil II, Teil VI, Teil IX

U

Unterscheidbarkeit

Operative Eigenschaft relativ zu einem Protokoll: Zwei Zustände sind unterscheidbar, wenn das Protokoll sie zuverlässig als „verschieden“ klassifiziert. Unterscheidbarkeit ist die Basis für Frames und Minimalereignisse.

  • Siehe auch: Protokollgrenze, Frame, Minimalereignis
  • Quelle: Teil I

Z

Zulässige Dynamik

Menge erlaubter Prozesse/Updates unter Budget- und Konsistenzbedingungen. In der Quantensprache: Kanäle (CPTP) und Generatoren (GKLS) als standardisierte Klassen zulässiger Dynamik.

  • Siehe auch: CPTP-Kanal, GKLS, Budget
  • Quelle: Teil III, Teil IV